Putin-Clique

Wladimir Putin betreibt Cliquenwirtschaft nach dem Prinzip der Homophilie. „Mittlerweile vertraut er vor allem einem Kreis von Personen, die ihm in vielem ähnlich sind“, schrieb Julian Hans am 18.03.2014 in seinem Artikel „Aufmarsch der Gladiatoren“ für die Süddeutsche Zeitung.

Putin Judoclique

Der russische Politiker Putin tendiert offenbar dazu, sich mit Personen zu umgeben, die so ähnlich ticken wie er. Weil Putin bestimmte Leute und ihre Herkunft gut kennt, versteht er deren Verhalten. Er kann es somit voraussehen und kontrollieren. Schlau bedient er sich des cliquenwirtschaftlichen Erfolgsrezepts der Homophilie. „Homophilie“ setzt sich aus den griechischen Begriffen „homo“, für „gleich“, und „philía“, für „Liebe“ oder „Zuneigung“, zusammen und bedeutet also „Liebe zum Gleichen“. „Soziale Homophilie“ beschreibt die Neigung von Menschen, sich mit Personen zu umgeben, die ihnen ähneln, und zu ihnen dauerhafte Beziehungen aufzubauen.

Die soziale Gleichheit oder Ähnlichkeit zwischen Cliquenmitgliedern kann auf äußere Charakteristika zurückgehen, das gleiche Geschlecht, dieselbe Religion, eine ähnliche Herkunft, eine ähnliche Einkommenshöhe oder ein ähnliches Bildungsniveau. Die Gleichheit kann sich auch auf gemeinsame Interessen beziehen, auf ähnliche politische Anschauungen, Ziele, Hobbys oder Vorlieben.

Der 1952 in Leningrad geborene Wladimir Putin, der nach dem Jura-Studium als KGB-Offizier in der Auslandsspionage arbeitete, verlässt sich nur auf Männer seinesgleichen. Julian Hans schrieb in der Süddeutschen Zeitung über die Putin-Entourage: „Sie stammen aus Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, haben in der Regel dort Karriere im Geheimdienst gemacht und sind sogar ähnlich alt wie der Präsident. Sergej Iwanow, 61, der Leiter der Präsidialadministration, ist in Leningrad geboren, hat die Schule des KGB durchlaufen, war Vizepremier und Verteidigungsminister. Nikolai Patruschew, 62, ebenfalls aus Leningrad, hat den Geheimdienst seit Mitte der Siebzigerjahre nie verlassen, war von 1999 bis 2008 Direktor des KGB-Nachfolgers FSB und ist seitdem Sekretär des Sicherheitsrats. Der 62-jährige Alexander Bortnikow, der seitdem den FSB leitet, hat seine Geheimdienstkarriere ebenfalls in Leningrad begonnen.“

In Moskau spricht man offenbar nicht von Clique oder Seilschaft, wenn es um Putins Kumpel geht. Haas erwähnt in seinem Artikel den Journalisten Maxim Trudoljubow von der russischen Wirtschaftszeitung Wedomosti. Dieser bezeichne den Putin´schen Machtzirkel als „Gruppe der Ehrlichen“. Immer schön bei der Wahrheit bleiben – dem Motto folgen also die russischen Herrschaften.

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